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Prof. Dr. Monika Resch: Jedes Neugeborene ist ein Wunder!

Assoc Prof. Dr. Monika Resch, Fach­ärztin für Kinder- und Jugend­heil­kunde mit Zusatz­fach Neona­tologie und pädiatrische Intensiv­medizin, leitet seit 2019 die Neugebo­renen­station der Privat­klinik Confra­ternität & Goldenes Kreuz (vormals Privat­klinik Goldenes Kreuz). Die zweifache Mutter spricht über ihre Leiden­schaft für die Neonatologie, die Bedeutung von Vertrauen und Qualität in der Versorgung sowie darüber, wie ihr eigenes Mutter­sein den Blick auf Neuge­borene und ihre Familien geprägt hat. Darüber hinaus verrät sie, mit welchen Tipps frisch gebackene Eltern die ersten Tage mit ihrem Baby möglichst sicher und entspannt erleben.

Assoc.-Prof. Dr. Monika Resch, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde

Was hat Sie dazu bewegt, Kinder­ärztin zu werden?

Ich habe schon in die Stamm­bücher oder Freund­schafts­bücher in der Schule bei Berufs­wunsch „Kinder­ärztin“ geschrieben, wollte das also immer werden. Mein eigener toller Kinder­arzt, Prof. Czermak, hat mich offenbar nachhaltig beeindruckt.

Was macht die Arbeit auf einer Neuge­borenen­station für Sie so besonders?

Ich liebe die Arbeit mit Kindern eigentlich jeden Alters, aber da ich von meiner Expertise her auf Neuge­borene spezialisiert bin, sind mir diese Patient:innen besonders nah am Herzen.

Welche Aufgaben und Verantwort­lich­keiten haben Sie in dieser Funktion?

Ich bin für die Sicherheit und Qualität der Versorgung von Familien und deren Neuge­borenen verantwortlich und sorge dabei für die Aktualität und Einhal­tung der SOPs (Standard Operating Procedures = Standardarbeitsanweisungen zur Optimierung von Arbeitsprozessen). Das Arbeiten nach neuester Evidenz ist mir enorm wichtig. Ein wichtiger Teil meiner Leitungsfunktion ist es, dem Team der Neugebo­renen-Pflege eine Stütze zu sein. Darüber hinaus organisiere ich Schulungen wie Reani­mations­kurse oder Stillkurse für das Team, damit alle immer up to date bleiben und die neuesten Erkennt­nisse erwerben.

Wie hat Ihr eigenes Mutter­sein Ihren Blick auf Neuge­borene und ihre Familien verändert?

Massiv! Die Arbeit an der Neugebo­renen-Inten­sivstation wurde schwieriger, da ich die Schick­sale der Kinder und deren Familien viel besser nachvoll­ziehen und mich nicht mehr so gut abgrenzen konnte wie vor der Geburt meiner eigenen Kinder. Was meine Arbeit hier in der Privat­klinik Confra­ternität & Goldenes Kreuz betrifft, kann ich wahr­scheinlich die Sorgen und Ängste der Familien aus eigener Erfahrung besser verstehen und besprechen.

Wie sieht die Zusammen­arbeit mit dem Team auf Ihrer Station aus bzw. welche Bereiche decken die Diplomierten Gesundheit- und Krankenpflegekräfte ab?

Wir sind ein kleines Team und mir ist wichtig, dass ich mit jeder einzelnen Mitarbei­terin – allesamt Diplomierte Gesund­heits- und Kranken­pflege­kräfte für Kinder- und Jugendheilkunde – einen guten Kontakt pflege. Ich sehe es als meine Aufgabe an, ihnen zuzu­hören und bei Problemen gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Mein Team arbeitet integrativ, das heißt, wir betreuen gemeinsam nicht nur Familien nach der Geburt, sondern auch Neuge­borene, die mehr Betreuung und Zuwendung brauchen, also zum Beispiel bei uns im Kinder­zimmer im Inkubator zur Überwa­chung liegen oder eine Photo­therapie benötigen.

Was fasziniert Sie an den ersten Lebens­tagen eines Kindes besonders?

Neugeborene sind einfach ein Wunder. Obwohl ich in meinem Leben bereits bei so vielen Geburten anwesend war, ist jede neue Geburt immer wieder etwas Einzig­artiges, immer wieder anders, immer wieder überwältigend. Neugeborene sind sowieso ein Wunder der Natur: Die Entwick­lung in den ersten Lebens­tagen zu beobachten, ist faszinierend und mit den Jahren der Erfahrung erkennt man immer besser auch Abwei­chungen, selbst wenn sie nur dezent sind. Somit kann man für eine gute Versorgung stehen.

Welcher Moment berührt Sie in Ihrem Berufs­alltag immer wieder aufs Neue?

Mich begeistert die Geburt per se, aber auch jeder Kontakt zu Neuge­borenen. Die Visite am 1. Tag unterscheidet sich komplett von jener am Tag, an dem die Kinder nach Hause gehen. Das fasziniert mich!

Welche Fragen beschäftigen Eltern nach der Geburt am häufigsten?

Die meisten Eltern sind in den ersten Tagen sowieso überwältigt und können ihr Baby nur bestaunen. Die wirklichen Fragen kommen dann meist erst daheim, wenn sie mit ihrem Kind alleine sind. Aber zu den Themen, die Eltern beschäf­tigen können, gehören Stillen, Flasche geben, Schnuller, Nabel, Bauch­schmerzen und Schlaf.

DGKP für Kinder- und Jugendlichenpflege der Privatklinik Confraternität & Goldenes Kreuz mit Baby

Was ist Ihnen in der Betreuung von Neugeborenen und deren Familien besonders wichtig?

Für mich ist es das Wichtigste, den Familien das Gefühl zu geben, dass sie uns vertrauen können, dass wir ihnen zuhören, sie ernst nehmen und versuchen, auf ihre Wünsche so gut es geht einzu­gehen. Sie sollen sich darauf verlassen können, dass wir auf Qualität und hohe Standards Wert legen. Eltern sollen wissen, dass sie sich nicht um Organisa­torisches oder die Routine in der Versor­gung kümmern müssen, sondern dass das unsere Aufgabe ist. So können sie ihre Energie alleine dafür aufwenden, zu einer Familie zu werden.

Wie unterstützen Sie und Ihr Team Eltern dabei, Sicherheit und Vertrauen im Umgang mit ihrem Baby zu gewinnen?

Indem wir viel zuhören und uns viel Zeit nehmen, damit sie wirklich alle Fragen und Sorgen ansprechen können. Und wir sehen unaufgefordert alle 4 Stunden nach ihnen: einfach nur ein kurzes „Hallo! Ist alles gut? Brauchen sie etwas?".

Welche Tipps können Sie Eltern für die erste Zeit mit dem Baby mitgeben?

  • Vertrauen Sie im Umgang mit Ihrem Baby auf Ihr BAUCHGEFÜHL, das ist das Wichtigste. Das geht leider mehr und mehr verloren, weil das Internet eine Flut an unterschiedlichsten Informationen bietet, die oft eher verwirrend als beruhigend sind.
  • Lesen Sie nicht zu viele Baby-Rat­geber, denn auch ein Über­angebot an Rat­schlägen und Infos aus der Fach­literatur birgt die Gefahr wider­sprüch­licher Auskünfte und verunsichert oft mehr als es weiter­hilft.
  • Schaffen Sie sich ein Netz aus Vertrauens­personen, die Sie zu Rate ziehen können: zum Beispiel Hebamme oder Kinder­arzt bzw. Kinder­ärztin, bei denen Sie Fragen und Sorgen sofort ansprechen können.
  • Finden Sie einen eigenen Rhythmus mit dem Kind und strukturieren Sie den Tag nach den Bedürfnissen Ihrer Familie: Das bringt Sicherheit und Routine.
  • Schaffen Sie sich kleine Freiräume für Sport und eigene Interessen, achten Sie auf gesunde Ernährung und (soweit möglich) genügend Schlaf – das alles hilft Ihnen, im Gleich­gewicht zu bleiben und Überforderung zu vermeiden.

Infos und Kontakt:


In der Neugeborenenstation der Privat­klinik Confra­ternität & Goldenes Kreuz betreuen Leiterin Assoc Prof. Dr. Monika Resch und ihr Team aus Diplo­mierten Gesund­heits- und Kranken­pflege­kräften für Kinder- und Jugend­heil­kunde die Neuge­borenen und deren Familien in familiärer Atmo­sphäre. Sie beraten individuell zu Themen wie Stillen, Wickeln, Baden und Bonding und unter­stützen jederzeit bei Fragen, Sorgen und Ängsten im Umgang mit dem Baby.

Gleich nach der Geburt wird das Baby erst­mals routine­mäßig gewogen, gemessen und unter­sucht. In der ersten Lebens­woche wird eine Blutuntersuchung mit Bestimmung der Blutgruppe durchgeführt und werden auf Wunsch Kontroll­unter­suchungen wie Hüft­ultra­schall und Hörtest angeboten.

T: +43 1 40111-3200 (Stütz­punkt Neuge­borenen­station)
E: GK.Neugeborenenstation@pkcgk.at